Artikel: Kritischer blick auf Israel vom 27.Januar 2015

Betreff: Artikel: Kritischer blick auf Israel vom 27.Januar 2015

Genau zu richtiger Zeit (Auschwitz Gedenktag) kam die Veröffentlichung der Umfrage wie die Deutschen den Staat, in dem die Shoa Überlebenden Ihre Heimat gefunden haben, beurteilen. Das Ergebnis zeigte einen Fortschritt. Noch vor 75 Jahren bewerteten mehr als 80% der Deutschen die Juden als Unglück für Deutschland. Bei den 18-29 Jährigen kann man annehmen, waren es 95%. Heute sind die Zahlen viel kleiner. Damals wie heute waren es die gleichen Gründe. Ein verheerendes Unwissen und Vorurteile über die Juden resp. Israel und eine Gehirnwäsche: damals Stürmer und der Deutscher Rundfunk, heute SZ und ARD. Es gibt aber auch Unterschiede. Damals hat man gebrüllt: "Juden raus nach Palästina" – heute schreit man "Juden raus aus Palästina". Man sollte sich endlich entscheiden, was man will. Ja und die Ähnlichkeit der israelischen Politik mit Nationalsozialismus hat es auch in sich. Damals hat der, bis heute meist geehrte Führer der palästinensischen Araber Amin el Husseini dafür gesorgt, dass 5000 jüdischen Kinder in Auschwitz vergast wurden, heute werden tausende palästinensische Kinder in den Israelischen Krankenhäuser kostenlos behandelt. Sogar die Kinder von Hamas Führern. Ja und der Gaza Krieg. Ich warte immer noch auf die flammenden Proteste der Israelkritiker gegen die "unverhältnismäßige" Bombardierung von IS beim unzähligen (wörtlich) zivilen Opfer, die weder erwähnt noch gezählt werden. Dabei schießen die Islamisten doch nur mit "Spielzeugraketen". Die Hamas und Hisbollah sind übrigens weit effektiver bewaffnet als IS. Was noch wichtiger ist, keiner der Staaten die bereits monatelang die Bomben abwerfen, kämpft um seine Existenz, in keinem dieser Staaten werden die Bürger mit tausenden Raketen noch Terrortunnels bedroht. Wo bleiben die Proteste der Israelkritiker? Oder verstummt man, wenn es sich nicht um die Juden handelt? Das nennt man heute den wahren Antisemitismus. Es gibt heute auch was Positives. Noch nie waren so viele mutige und anständige Bürger mit Israelischen Fahnen auf den Straßen zu sehen. Und es waren nicht nur Juden, die den einzigen demokratischen Staat im Nahen Osten trotz der Gefahr, der sie ausgesetzt waren unterstützten. Die Welt hat am 27.Januar die ermordeten Juden gedacht. In Auschwitz marschierten vermutlich zum Letzten Mal viele Staatsführer zusammen mit den letzten Shoa Überlebenden. Es gab allerdings auch etwas, das diesen Tag mit Sinn erfüllte und ihm Würde verlieh. Wie jedes Jahr donnerten auch an diesem 27. Januar israelische Kampfjets im Tiefflug über Birkenau. Das war keine Verletzung der polnischen Lufthoheit und keine artistische Übung einer Kunstflugstaffel. Nicht einmal eine Erinnerung daran, dass die Alliierten es versäumt hatten, Auschwitz zu bombardieren, als die Gaskammern noch in Betrieb waren. Es war eine klare Ansage: "Ihr trauert um die Toten, wir kümmern uns um die Lebenden. Und nebenbei: Wenn es uns damals schon gegeben hätte, hätte man nicht gewagt Euch abzuschlachten. Also seid froh, dass es uns gibt." Aus der Vergangenheit haben die Deutschen und die Juden unterschiedlichen Lehren gezogen. "Nie wieder Krieg" sagen die Deutschen und "nie wieder Opfer" sagen die Juden. Das erste Versprechen ist inzwischen hinfällig, hoffen wir, dass das zweite für immer anhält.

 

Pavel Hoffmann

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