Medienberichte

 

Die mit Namen gezeichneten Artikel stellen jeweils die Meinung des Verfassers dar und nicht immer die des Vereins!

Leserbrief von unserem Vereinsmitglied Pavel Hoffmann veröffentlicht am 16.05.2015 im Reutlinger General-Anzeiger:

 

Betr: Freunde statt Monster von Sara Lemel
 
Zu den Grundsätzen, die zwischenstaatliche Beziehungen regeln, gehört auch das Prinzip der Nichteinmischung in die Angelegenheiten eines souveränen Staates. Die Schweizer reagieren – zu Recht! – sehr empfindlich, wenn ihnen vom Ausland gesagt wird, wie sie ihre Einwanderungspolitik gestalten sollten. Ebenso die Österreicher, wenn sie dafür kritisiert werden, welche Parteien und Politiker sie gewählt haben.
 
Es gibt freilich eine Ausnahme, und die heißt Israel, ein kleines aber souveränes Land; es gehört den Vereinten Nationen, dem Weltfußballverband FIFA der bald judenfrei sein sollte, der Weltgesundheitsorganisation WHO und dem Internationalen Olympischen Komitee an, nur um die wichtigsten zu nennen. Israel wird  von deutschen Politikern
gerne so behandelt, als wäre es ein Land der Bundesrepublik, irgendwo zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gelegen. Als Beispiel dieser Einmischung kann man die Beurteilung der einzigen demokratischen Wahlen in gesamten Nahen Osten aufzeigen.
 
Man kann es kaum fassen, die Juden haben wieder so gewählt wie sie es selbst für richtig halten und sich, wie schon oft, um die Ratschläge und Empfehlungen der Europäischen Politiker, Journalisten (Spiegel: "nur nicht Bibi!") und Herrn Obama nicht geschert. Dabei haben es die "Freunde Israels" nur gut gemeint. Nicht nur, dass die Israelis mit relativ großer Mehrheit wieder den Netanjahu gewählt haben-Likud jedoch haben fast 40% der sozialschwachen und eine große Anzahl  Araber gewählt. Ein Beduinen Dorf hat der Likud fast 70% ihrer Stimmen gegeben!. Die israelischen  Reichen waren so erbost, dass sie zum Spenden-Boykott für die Armen aufgerufen haben, als Strafe für das Wahlverhalten. Den Europäischen "Freunden" von Israel war die gemeinsame Liste der Islamisten, Kommunisten, und Nationalisten am sympathischsten. Es ist etwa so, als hätte sich in Deutschland eine gemeinsame Liste der Kommunisten, Salafisten und NPD für den Bundestag beworben.  Selbstverständlich sorgen sich jetzt die Israel-Kritiker um den Friedenprozess und fordern die Anerkennung einer weiteren arabischen Diktatur, die nicht nur Frauen und andere Menschenrechte mit Füssen tritt, die aber, bei (seit vielen Jahren fälligen) Neuwahlen
von Hamas Terroristen und Multimillionären (nach der letzten Umfrage) geführt wäre. Dass dadurch nicht nur von Gaza, sondern auch aus der Westbank in der unmittelbaren Nähe von dem Atomkraftwerk Dimona tausende Raketen Israel bedroht hätten, das ist für Israels  "Freunde" voll akzeptabel. Kaum jemand hat erwähnt, dass Hamas bereits mit Hilfe von Gelder der EU, UNO und Katar, anstatt sie in den Aufbau zu investieren, öffentlich effektivere Raketen im Mittelmeer testet, um die erfolgreiche Iron Dom umgehen zu können und möglich viele Israelische Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser beim nächsten Krieg richtig zu treffen. Gleichzeitig werden viele Gaza Bewohner, die sich gegen Neuen Krieg mit Israel stellen, hingerichtet. Dass Ägypten vor kurzem 1200 Häuser in Gaza  zerstört hat, um Terror im Grenzgebiet mit Ägypten zu verhindern, interessiert auch keinen. Die weltweit unterstützte BDS Bewegung,  verlangt noch stärkeren Boykott der Israelischen Ware, nach dem Motto "kauft nicht bei Juden", auch wenn sie dadurch am meisten den palästinensischen Araber schadet. Womit wieder einmal beweisen wäre, dass es bei dem europäischen Volkssport „Israel-Kritik“ um das Wohlergehen der Menschen in der Westbank ohnehin nicht geht. .Ziel ist einzig allein die Zerstörung des Staates Israel und wer, ohne über sich selbst zu erschrecken, fordert, es
müsse 'in einem freien Land möglich sein, straflos das Existenzrecht Israels infrage zu stellen', wie neulich in der 'taz' zu lesen war, der ist kein harmloser Retro-Antisemit mehr; er bereitet verbal die nächste Endlösung der Judenfrage vor, diesmal im Nahen Osten. Auch der Antisemit braucht eine Perspektive.
 
Pavel Hoffmann

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Über die deutsche Erinnerungskultur diskutiert die Volltreffer-Redaktion mit Patrick Siegele vom Anne Frank Zentrum und mit Dr.Philipp Sonntag und Wolfgang Herzberg als Zeitzeugen der Child-Survivors-Deutschland e.V.

Hier veröffentlicht mit Genehmigung von:

 

 

ALEX Berlin
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Betr: Jürgen Rahmig: "Netanjahu Spiel mit der Angst" und Sara Lemel: "Netanjahu teuer erkaufter Sie" GEA am 18.3.2015

Man kann es kaum fassen, die Juden haben wieder so gewählt wie sie es selbst für richtig halten und sich, wie schon oft, um die Ratschläge und Empfehlungen der Europäischen Politiker, Journalisten (Spiegel: "nur nicht Bibi!") und Herrn Obama nicht geschert. Dabei haben es die "Freunde Israels" nur gut gemeint. Bei solchen Freunden braucht man keine Feinde mehr. Nicht nur, dass die Israelis mit relativ großer Mehrheit wieder den Netanjahu gewählt haben-Likud jedoch haben fast 40% der sozialschwächen und eine große Anzahl Araber gewählt. Ein Beduinen Dorf hat der Likud fast 70% ihrer Stimmen gegeben!. Die Israelischen Reichen waren so erbost, dass sie zum Spenden-Boykott für die Armen aufgerufen haben, als Strafe für das Wahlverhalten. Den Europäischen "Freunden" von Israel war die gemeinsame Liste der Islamisten, Kommunisten, und Nationalisten am sympathischsten. Es ist etwa so, als hätte sich in Deutschland eine gemeinsame Liste der Kommunisten, Salafisten und NPD für den Bundestag beworben. Selbstverständlich sorgen sich jetzt die Israel-Kritiker um den Friedenprozess und fordern die Anerkennung einer weiteren arabischen Diktatur, die nicht nur Frauen und andere Menschenrechte mit Füssen tritt, die aber, bei (seit vielen Jahren fälligen) Neuwahlen von Hamas Terroristen und Multimillionären (nach der letzten Umfrage) geführt wäre. Dass dadurch nicht nur von Gaza, sondern auch aus der Westbank in der unmittelbaren Nähe von dem Atomkraftwerk Dimona tausende Raketen Israel bedroht hätten, das ist für Israels "Freunde" voll akzeptabel. Kaum jemand hat erwähnt, dass Hamas bereits mit Hilfe von Gelder der EU, UNO und Katar, anstatt sie in den Aufbau zu investieren, öffentlich effektivere Raketen im Mittelmeer testet, um die erfolgreiche Iron Dom umgehen zu können und möglich viele Israelische Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser beim nächsten Krieg richtig zu treffen. Gleichzeitig werden viele Gaza Bewohner, die sich gegen Neuen Krieg mit Israel stellen,hingerichtet.Dass Ägypten vor kurzem 1200 Häuser in Gaza zerstört hat, um Terror im Grenzgebiet mit Ägypten zu verhindern, interessiert auch keinen. Die weltweit unterstützte BDS Bewegung, verlangt noch stärkeren Boykott der Israelischen Ware, nach dem Motto "kauft nicht bei Juden", auch wenn sie dadurch am meisten den palästinensischen Araber schadet. Womit wieder einmal beweisen wäre, dass es bei dem europäischen Volkssport „Israel-Kritik“ um das Wohlergehen der Menschen in der Westbank ohnehin nicht geht. .Ziel ist einzig allein die Zerstörung des Staates Israel und wer , ohne über sich selbst zu erschrecken, fordert, es müsse 'in einem freien Land möglich sein, straflos das Existenzrecht Israels infrage zu stellen', wie neulich in der 'taz' zu lesen war, der ist kein harmloser Retro-Antisemit mehr; er bereitet verbal die nächste Endlösung der Judenfrage vor, diesmal im Nahen Osten. Auch der Antisemit braucht eine Perspektive.

Pavel Hoffmann


Die mit Namen gezeichneten Artikel stellen jeweils die Meinung des Verfassers dar und nicht immer die des Vereins!

 

Betreff: Artikel: Kritischer blick auf Israel vom 27.Januar 2015

Genau zu richtiger Zeit (Auschwitz Gedenktag) kam die Veröffentlichung der Umfrage wie die Deutschen den Staat, in dem die Shoa Überlebenden Ihre Heimat gefunden haben, beurteilen. Das Ergebnis zeigte einen Fortschritt. Noch vor 75 Jahren bewerteten mehr als 80% der Deutschen die Juden als Unglück für Deutschland. Bei den 18-29 Jährigen kann man annehmen, waren es 95%. Heute sind die Zahlen viel kleiner. Damals wie heute waren es die gleichen Gründe. Ein verheerendes Unwissen und Vorurteile über die Juden resp. Israel und eine Gehirnwäsche: damals Stürmer und der Deutscher Rundfunk, heute SZ und ARD. Es gibt aber auch Unterschiede. Damals hat man gebrüllt: "Juden raus nach Palästina" – heute schreit man "Juden raus aus Palästina". Man sollte sich endlich entscheiden, was man will. Ja und die Ähnlichkeit der israelischen Politik mit Nationalsozialismus hat es auch in sich. Damals hat der, bis heute meist geehrte Führer der palästinensischen Araber Amin el Husseini dafür gesorgt, dass 5000 jüdischen Kinder in Auschwitz vergast wurden, heute werden tausende palästinensische Kinder in den Israelischen Krankenhäuser kostenlos behandelt. Sogar die Kinder von Hamas Führern. Ja und der Gaza Krieg. Ich warte immer noch auf die flammenden Proteste der Israelkritiker gegen die "unverhältnismäßige" Bombardierung von IS beim unzähligen (wörtlich) zivilen Opfer, die weder erwähnt noch gezählt werden. Dabei schießen die Islamisten doch nur mit "Spielzeugraketen". Die Hamas und Hisbollah sind übrigens weit effektiver bewaffnet als IS. Was noch wichtiger ist, keiner der Staaten die bereits monatelang die Bomben abwerfen, kämpft um seine Existenz, in keinem dieser Staaten werden die Bürger mit tausenden Raketen noch Terrortunnels bedroht. Wo bleiben die Proteste der Israelkritiker? Oder verstummt man, wenn es sich nicht um die Juden handelt? Das nennt man heute den wahren Antisemitismus. Es gibt heute auch was Positives. Noch nie waren so viele mutige und anständige Bürger mit Israelischen Fahnen auf den Straßen zu sehen. Und es waren nicht nur Juden, die den einzigen demokratischen Staat im Nahen Osten trotz der Gefahr, der sie ausgesetzt waren unterstützten. Die Welt hat am 27.Januar die ermordeten Juden gedacht. In Auschwitz marschierten vermutlich zum Letzten Mal viele Staatsführer zusammen mit den letzten Shoa Überlebenden. Es gab allerdings auch etwas, das diesen Tag mit Sinn erfüllte und ihm Würde verlieh. Wie jedes Jahr donnerten auch an diesem 27. Januar israelische Kampfjets im Tiefflug über Birkenau. Das war keine Verletzung der polnischen Lufthoheit und keine artistische Übung einer Kunstflugstaffel. Nicht einmal eine Erinnerung daran, dass die Alliierten es versäumt hatten, Auschwitz zu bombardieren, als die Gaskammern noch in Betrieb waren. Es war eine klare Ansage: "Ihr trauert um die Toten, wir kümmern uns um die Lebenden. Und nebenbei: Wenn es uns damals schon gegeben hätte, hätte man nicht gewagt Euch abzuschlachten. Also seid froh, dass es uns gibt." Aus der Vergangenheit haben die Deutschen und die Juden unterschiedlichen Lehren gezogen. "Nie wieder Krieg" sagen die Deutschen und "nie wieder Opfer" sagen die Juden. Das erste Versprechen ist inzwischen hinfällig, hoffen wir, dass das zweite für immer anhält.

 

Pavel Hoffmann


 

Landtag Mecklenburg-Vorpommern: Broschüre dokumentiert die Gedenkstunde des Landtages für die Opfer des Nationalsozialismus 2015

Fragt uns, wir sind die Letzten

 

 

© Uwe Steinert

Berlin

Wunder der Rosenstraße

Gedenkstunde: Erinnerung an die »Fabrikaktion« – Zeitzeuge Horst Selbiger im Gespräch mit Schülern

 

Aktualisiert am 28.02.2014, 14:39

 – von Katrin Richter
Katrin Richter

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Paula, Klara, Magdalena und Noëlle (v.l.) unterhielten sich mit dem Zeitzeugen Horst Selbiger (M.) über sein Leben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Horst Selbiger atmet tief ein, schaut an die Decke und überlegt kurz: »Ja, wie hat das mein Leben geprägt?« Die Frage der vier Schülerinnen der Sophie-Scholl-Oberschule versetzt den 84-Jährigen für einen kurzen Augenblick zurück auf den Hof seiner Grundschule. »Ich wurde als Jude angespuckt, die anderen Kinder wollten nicht mit mir spielen – und das prägt.«

Die Schülerinnen der elften Klasse schlucken. Noëlle, Karla, Magdalena und Paula sehen Horst Selbiger zwar nicht zum ersten Mal – schon zuvor hatten sie ihn im Geschichtsunterricht einem fast dreistündigen Gespräch kennengelernt. Trotzdem sind sie immer wieder »sehr beeindruckt«, was der ältere Herr, der übrigens ähnliche Turnschuhe trägt wie die Mitschüler von Noëlle und Magdalena, ihnen Erschütterndes erzählt.

Transportnummer Selbiger, der am 27. Februar 1943 bei der sogenannten Fabrikaktion verhaftet wurde, erzählte den Schülerinnen, wie er diese Zeit als damals 15-Jähriger miterlebt hatte. »Wir kamen zuerst in die Synagoge in der Lewetzowstraße, und dort erhielten wir eine Transportnummer für Auschwitz um den Hals gehängt.« Da wusste er, dass »es in die Vernichtung ging«.

Doch als die Angehörigen erfuhren, dass ihre Männer und Söhne von der Lewetzowstraße in das Gebäude der jüdischen Sozialverwaltung in die Rosenstraße gebracht wurden, »sprach es sich herum wie ein Lauffeuer«, erzählt Selbiger. Die Ehefrauen und Mütter versammelten sich vor dem Haus unweit des Alexanderplatzes und demonstrierten tagelang für die Freilassung ihrer Angehörigen. 

Mahnmal Um daran zu erinnern, wurde am Donnerstagnachmittag eine Gedenkstunde vor Ort abgehalten. Vom Mahnmal in der Großen Hamburger Straße ging es in einem Schweigemarsch in die Rosenstraße. Dort wurden die Litfaßsäulen, die gerade renoviert wurden, eingeweiht: »Der Protest bleibt für immer ein mutiges Dokument des Widerstands in der Zeit des nationalsozialistischen Terrors«, betonte der Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Andreas Nachama.

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Gideon Joffe, sagte: »Wir gedenken heute eines Wunders: die einzige bekannte Demonstration während der Nazidiktatur, die zur Freilassung von Juden geführt hat.« Dieses Wunder hätten engagierte Berlinerinnen und Berliner vollbracht, sagte Joffe.

Die allerdings waren laut Selbiger eine Ausnahme. Die meisten Menschen hätten gleichgültig reagiert. »Es gab vielleicht den einen oder anderen, der uns heimlich ein paar Stullen zugesteckt hatte«, aber im Großen und Ganzen gab es von der Bevölkerung bis zu der Demonstration keine Unterstützung.

»Wir waren als Kinder schon erwachsener als die Erwachsenen«, sagt er zum Erstaunen der vier Schülerinnen, die während des Gesprächs spürbar angespannt bleiben. »Es ist so spannend, Herrn Selbiger zuzuhören«, sagt Noëlle. Viel interessanter als allein darüber im Geschichtsbuch zu lesen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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75 Jahre nach der Pogromnacht am 9. November

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

75 Jahre nach der Pogromnacht am 9. November

Mehr als 500 Menschen kamen am 9. November 2013 zu einer Gedenkkundgebung gegen Antisemitismus und Rassismus am Mahnmal Levetzowstraße in Moabit. Anlass waren die Gewalttaten gegenüber jüdischen Mitbürgern während der Reichspogromnacht am 9. November 1938. Vor 75 Jahren organisierte das nationalsozialistische Regime gezielt landesweite Angriffe auf Juden. Dabei wurden während der Novemberpogrome hunderte Menschen ermordet, weit über tausend Geschäfte, Synagogen, Friedhöfe und Wohnungen zerstört. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wo früher eine der größten Synagogen Berlins stand, war ab 1941 ein Sammellager für Juden, von denen aus sie in Konzentrationslager deportiert wurden. Seit 1988 steht hier ein Mahnmal, das einen Zugwaggon darstellt und eine meterhohe Eisenplatte, in das die Anzahl der von hier ab 1938 deportierten Juden eingestanzt ist. Der Zeitzeuge Horst Selbiger berichtet (*1928) über seine Erinnerungen, über die Verfolgung und die Zeit im ehemaligen Sammellager in der Levetzowstraße. Die Teilnehmer der Gedenkveranstalter verstummten. Ein weiterer Zeitzeuge, Ralf Bachmann (*1929) schilderte, wie er als Kind die Reichspogromnacht in Sachsen erlebte: „Am 10.November 1938 hatte kaum eine jüdische Familie noch Tassen, um daraus zu trinken. Alles wurde in der Nacht zerschlagen. Ich kann mich erinnern, wie alle weinten, nicht über den Verlust, sondern wie ihnen Nachbarn, Bekannte, Mitbürger das antun konnten und sie nicht mehr sicher waren.“ Bachmann und Selbiger wurden von den Nazis als "Halbjuden" verfolgt. Die Redebeiträge wurden musikalisch begleitet von der Gruppe Zhetwa. Im Anschluss fand eine Demonstration zur Putlitzbrücke statt, an der 500 Menschen teilnahmen. Die Strecke orientiert sich dabei an dem Weg, den die Jüdinnen und Juden vom Sammellager in der Levetzowstraße zum Deportationsbahnhof an der Putlitzbrücke am helllichten Tag zum Teil unter Applaus der deutschen Bevölkerung gehen mussten. 
Aufgerufen zu Kundgebung und Demonstration hatten die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen (VVN-BdA), FelS, TOP Berlin und antifaschistische und antirassistische Gruppen Berlins. Während der Veranstaltung wurde deutlich, dass Antifaschismus und Antirassismus zusammen gedacht werden muss, damit sich der zur Zeit aufkeimende Fremdenhass nicht etablieren kann.

 

Link zum Original: http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/091113gedenken_pogrom38.html

 

Wo sind die letzten NS-Kriegsverbrecher?

http://www.tagesschau.de/inland/kriegsverbrecher106.html