Miriam Magall

Das Brot der Armut. 

Die Geschichte eines jüdischen versteckten Kindes

 

Miriam Magall

 

Edition AV, Lich/Hessen

ISBN 978-3-86841-034-1

332 Seiten, Preis 18,- EUR

 

 

Der Vater ist Arzt. Er arbeitet tagsüber im großen Krankenhaus der Stadt. Am Spätnachmittag bis in die Nacht hinein empfängt er seine Privatpatienten. Nicht alle sind reich. Beileibe nicht. Viele kommen zu Dr. Kowalski, gerade weil sie kein Geld haben und sich außer ihm niemand um sie kümmert. Ihm zur Seite steht seine Schwester. Rachel hat eine Ausbildung als Krankenschwester absolviert, denn sie möchte so schnell wie möglich auswandern. Mit ihrem Beruf dürfte es ihr keine Schwierigkeiten bereiten, in Jerusalem Arbeit zu finden. Und dann ist da noch Zelda Kowalski, geborene Nussboim, die verwöhnte Tochter der Pelzhändler Rosa und Natan, ehemals aus Zamosz. Ihre letzten Jahre verbringen die beiden bei Tochter und Schwiegersohn in dem großen Haus bei der Nozych Synagoge in Warschau. 

Das ist der Rahmen, in den Keren Kowalski hätte hineingeboren werden sollen, wenn … ja, wenn da nicht eines Tages die Deutschen gekommen wären und diese wunderschöne heile Welt mit einem Schlag zerstörten.

Deshalb verbringt Keren Kowalski die ersten drei Jahre ihres Lebens versteckt im Keller in einem kleinen Haus am Dorfrand. Nach deutscher Niederlage im Krieg und Flucht in den Westen beginnt die Geschichte deutscher Flüchtlinge aus dem Osten in einem Flüchtlingslager in einer norddeutschen Kleinstadt. Man lebt in Holzbaracken, versteckt vor der Stadt, vormals die Unterkunft von Zwangsarbeitern, nach dem Krieg Flüchtlingen aus dem Osten zugeteilt, zu viert in zwei winzigen Zimmern, in dem das Wasser im Eimer im Winter über Nacht einfriert. Zehn lange Jahre.

 

Erst als Keren im Alter von 19 Jahren ihre Lebensretterin verlässt, erfährt sie von ihrer Herkunft und richtet ihr Leben ganz neu ein. In Jerusalem erhofft sie sich eine schönere Zukunft.  

 

„Das Brot der Armut. Die Geschichte eines versteckten jüdischen Kindes“ ist nicht nur eine weitere Version der Judenverfolgung, sondern hier wird, praktisch zum ersten Mal wohl, auch das Leben deutscher Flüchtlinge aus dem Osten nach dem Krieg eingehend beschrieben.