Lieber Besuch der „alten“ Dame.

Besuch Besuch Galerie>>

Bei dem Letzten Treffen von Child Survivors Deutschland im März haben wir beschlossen auf Vorschlag von Pavel Hoffmann, die Vertretung der tschechischen Schwesterorganisation Theresienstädter Initiative in Prag zu dem nächsten Treffen einzuladen. Die Einladung wurde von dem Vorstandsmitglied Philipp Sonntag abgeschickt und auch dankbar angenommen. Die Vorsitzende des größten Vereins der Holocaust Überlebenden auf der Welt, Frau PhDr. Dagmar Lieblová hat persönlich die Teilnahme an unserem nächsten Treffen verbunden mit einem Vortrag über die Arbeit und Ziele der Tschechischen Organisation zugesagt.

Frau PhDr. Dagmar Lieblová ist seit 1990 Mitglied der Theresienstadt Initiative. Sie ist gleichzeitig auch einer der Gründungsmitglieder. Ihr Schicksal ist wie auch von den meisten Mitgliedern sehr bewegt. Sie hat Theresienstadt Auschwitz und Bergen Belsen durchgemacht. Nach Auschwitz kam sie mit dem Familien Transport der als größter  Mord an tschechischen Juden berühmt-berüchtigt wurde. Es waren fast 7000 tschechische Juden bis auf wenige vollständig in den Gaskammer von Auschwitz vernichtet. Sie  hat sich nur durch falschen Eintrag des Geburtsjahres retten können.
 
Sie hat am 28 Oktober 2011 für Ihren Verdienst um die Demokratie, Humanismus und Menschenrechte die höchste Auszeichnung der Tschechischen Republik den Orden des „Garrigua Masaryk“* von dem Präsidenten Václav Klaus erhalten. (siehe Bild)
 
Frau Dr. Lieblová kam am 11. Oktober 2012 aus Prag an. Am Bahnhof Sobernheim hat sie Herr Dr. rer. nat. Philipp Sonntag und Pavel Hoffmann begrüßt und nach Sobernheim gebracht. Am nächsten Tag hat Frau Dr. Lieblová einen ausführlichen Vortrag über die Gründung, Ziele und Arbeit der Organisation „Theresienstadt Initiative“  berichtet.
 
Die Theresienstädter Initiative (weiter nur TI) ist eine Vereinigung ehemaliger tschechischen Häftlinge der Ghettos in Theresienstadt und Lodz (Litzmannstadt) und ihrer  Nachkommen. Gegenwärtig hat die Theresienstädter Initiative etwa 600 Mitglieder in Tschechien sowie etwa 80 Mitglieder im Ausland. Die TI setzt sich für eine  verantwortungsvolle Erinnerung an die Opfer der Shoa ein. Zur Dokumentation und Erforschung der Geschichte des Theresienstädter Ghettos und der Shoa im heutigen  Tschechien gründete die TI das Institut der Thereseinstädten Initiative.
 
Die TI versucht bei der Erziehung einer neuen Generation von Europäern zu Toleranz, gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit einen aktiven Beitrag zu  leisten.
Ihre Mitglieder nehmen im In- und Ausland bei Gesprächen und Vorträgen in Schulen als Zeitzeugen teil und beteiligen sich an einer Reihe weitere Projekte. Die TI unterstützt  finanziell Studienfahrten von Schulen zur Gedenkstätte Theresienstadt, wobei sie die Zuwendungen des Stiftungsfonds für Holocaustopfer, des Ministeriums für Erziehung,  Jugend und Sport der Tschechischen Republik und der Claims Conference nutzt.
 
Die TI sorgt systematisch für die sozialen Bedürfnisse der Shoa-Überlebenden in Tschechien. Sie organisiert die Verteilung finanzieller Mittel aus Zuwendungen der Claims  Conference für Überlebende der Shoa zur Ergänzung der Gesundheitsfürsorge, der häuslichen Pflege und für Hilfe in schweren Lebenslagen.
 
4-5-mal jährlich veröffentlicht die TI ihre Zeitschrift Terezínská Iniciativa (auf Tschechisch).
 
Abgesehen von den oben angeführten Zuwendungen mit genau vorgegebenen Nutzungsbedingungen sind die einzigen Einnahmen der TI freiwillige Spenden ihrer Mitglieder, aus  denen sie alle ihre Aktivitäten finanziert. In diesem Sinne hat der TI der bedeutende Nachlass eines kinderlosen ehemaligen Theresienstädter Häftlings geholfen, der nach dem  Krieg als Experte der WHO tätig war.
 
2
 
An der Spitze der TI steht der Vorstand, der bei einer jährlichen Versammlung gewählt wird. Der Vorstand wählt den/die Vorsitzende/n. Gegenwärtig bekleidet diese Funktion  PhDr. Dagmar Lieblová.
 
Einmal jährlich treffen sich alle Mitglieder der Theresienstädter Initiative. Das nächste Treffen findet am 17. April 2013 statt. An dem Treffen nimmt regelmäßig unser Mitglied  Pavel Hoffmann als ehemaliger Häftling in Theresienstadt teil.
 
Die Homepage der Theresienstädter Initiative lautet: www.terezinstudies.cz und kann auch in Deutscher wie Englischer Sprache abgerufen werden.
 
*)Garrigua Masaryk war Gründer und der erste Präsident der 1918 neu gegründeten Tschechoslowakischen Republik.
 
Dieser Artikel wurde von unserem Mitglied Pavel Hoffmann erstellt.
 

 

 

 

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.