Rede unseres Ehrenvorsitzenden Horst Selbiger am 04. Juni 2013 auf dem Gleis 1 des Bahnhofs Friedrichstraße in Berlin

Shalom, meine Damen und Herren, Shalom meine lieben Freundinnen und Freunde !

Unter den Millionen jüdischen Opfern des Holocaust waren über 1.5 Millionen Kinder. 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche vom jüngsten Baby bis zum heranwachsenden Teenager wurden von der Deutschen Reichsbahn in den Tod transportiert.

1,5 Millionen – damit Sie vielleicht eine Vorstellung von dieser Zahl bekommen:In der Gedenkstätte Yad Vashem werden den Besuchern durch ein Endlostonband die bis heute bekannten Namen der ermordeten Kinder und Jugendlichen, mit Ort und Alter, vorgetragen. Dieses Endlosband braucht drei Monate, um alle Namen wiederzugeben.

Unsere ermordeten Kinder wurden mit Talenten, Träumen und Wünschen geboren und wie alle Kinder lachten, spielten und weinten sie. Sie mußten  täglich mit Tragödien fertigwerden: fertigwerden mit der Trennung von Großeltern, Eltern, Brüdern und Schwestern; fertigwerden mit der Suche nach Nahrung und Verstecken.

Die letzten Zeugen dieser schockierendsten Vernichtungstaten sind die Kinder, die überlebt haben. Deshalb stehe ich heute hier als Mitglied des Vereins Child Survivors, den überlebenden Kinder der Shoah.  Wir trauern, weil uns die Ermordeten fehlen. Wir denken jeden Tag an jene, die uns fehlen und an das was ihnen geschehen ist: Sie wurden, weil sie Juden waren, ermordet, geschlachtet, vergast verbrannt; sie sind umgekommen durch die Hände der deutschen Mörder und ihrer Helfer aus anderen Völkern.

Allein aus Berlin wurden : 4 512 Kinder und Jugendliche vom jüngsten Baby bis zum 18jährigen Teenager mit der deutschen Reichsbahn deportiert. Nach drei Tagen erreichten die Züge Sobibór und andere Vernichtungslager. In den Nazi-Vernichtungslagern wurden die meisten Kinder sofort ermordet. Von ihnen wollen wir heute Abschied nehmen, 70 Jahre nach diesen unsäglichen Verbrechen. Und bitte sagen Sie nie wieder:

„Man muß doch mal vergessen können!“

Bitte helfen Sie uns, meine Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde, daß diese sadistischen, abscheulichen Verbrechen  n i e  vergessen werden. 

 

für die im Holocaust – der Schoah – ermordeten Juden, , nahe dem Mount Herzl in Jerusalem, existiert ein Denkmal, das speziell für die von den Nationalsozialisten ermordeten Kinder errichtet wurde. Das Denkmal ist eine Halle, die sich auf dem Gelände von Yad Vashem unterhalb eines Felsens befindet.

Der Hauptraum der Gedenkstätte ist komplett verspiegelt und reflektiert das Licht von drei Kerzen.Durch die tausendfache Spiegelung dieser drei Lichter wird eine enorme Größe im Raum erzeugt, die symbolisch für die Anzahl von alleine rund steht, die als jüngste Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns wurden und damit wohl eine der schockierendsten Vernichtungstaten der Schoah beschreiben.

Unter den Millionen jüdischen Opfern des Holocaust waren über 1.5 Millionen Kinder. Eines Tages wurden sie zu "Feinden" des Dritten Reichs und mußten von da an Die Kinder wurden als erste in die Todeslager gebracht, die meisten von Ihnen wurden sofort ermordet.

Wir machen keine Vorwürfe sondern wir machen uns Sorgen. Es ist nicht unsere Absicht nichtjüdischen Menschen ein schlechtes Gewissen zu bereiten. Wir trauern, weil Es geht uns nicht darum, Gedenktage oder Denkmäler einzuklagen Berlin

 Nisch04

Von Abel, Harry (* 08.05.1926) bis Zyzman, Leo (* 20.05.1926)

Selbiger, Denny (* 02.11.1938)

Selbiger, Gerson (* 07.06.1942)

Selbiger, Günther (* 07.11.1930)

Selbiger, Jutta (* 22.05.1936)

Selbiger, Nathan (* 02.02.1939)

 

Vor 70 Jahren deportierte die „Reichsbahn“ tausende Kinder – weil sie Juden oder Sinti und Roma waren.Die "Reichsbahn“-Züge kamen aus einem Nazi-Lager in den besetzten Niederlanden: Westerbork.In verschlossenen Waggons fuhren die Deportierten durch Deutschland……auch Kinder aus Dortmund, Hannover, Magdeburg oder Berlin.. 70 Jahre nach diesen Verbrechen wollen wir von den Kindern Abschied nehmen

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