“Holocaust? Darüber lesen kannst du morgen noch…”

Horst Selbiger als Zeitzeuge der Holocausts im Institut für Katholische Theologie

 

Im Rahmen einer Veranstaltung des Instituts für Katholische Theologie der TU Dortmund hörten 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dem Holocaustüberlebenden Horst Selbiger zu. Als jüdischer Zeitzeuge der NS-Diktatur in Deutschland teilte Horst Selbiger seine Erlebnisse mit den Zuhörerinnen und Zuhörern und verlieh allen Opfern des Holocausts eine Stimme. In Berlin wurde Horst Selbiger am 10. Januar 1928 als Sohn eines jüdischen Zahnarztes und einer nichtjüdischen Mutter geboren. Nach einer vergleichsweise unbeschwerten Kindheit erzählte Horst Selbiger von der entscheidenden Wende in seinem Leben durch die Machtergreifung Hitlers. Er und seine Familie erlebten ab 1933 den Übergang von anfänglicher Diskriminierung im Privat-, Schul- und Berufsleben bis hin zur späteren systematischen Verfolgung von jüdischen Menschen in ganz Europa. Über die erste Deportation jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger in die ersten Konzentrationslager erzählte Horst Selbiger besonders ergreifend. Stellvertretend zum Gedenken der vielen Millionen Opfer, insbesondere der 1,2 Millionen Kinder, verlas Horst Selbiger die Namen der sechs Säuglinge und Kleinkinder des ersten Deportationszuges. Nach seinem Vortrag beantwortete Horst Selbiger noch Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Auf die abschließende Frage, worauf es im Leben ankäme, forderte Horst Selbiger: „Mut, Widerstand und Zivilcourage“ von der nachfolgenden Generationen. Durch Horst Selbigers Engagement wurde es den Zuhörerinnen und Zuhörern ermöglicht, selbst zu „Zeugen eines Zeitzeugen“ zu werden.

  

Holocaust 3

v.l.n.r.: Patrick Freund (Organisator der Veranstaltung), Horst Selbiger, Prof. Dr. Egbert Ballhorn

  

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