Gurs

 

 

 

Veröffentlichung hier mit freundlicher Genehmigung von
 

 

Camp de Gurs • Südfrankreich • Vorhof der Hölle

 

8. Februar 2012 | Autor 

Das Camp de Gurs in der französischen Ortschaft Gurs am Westrand der Pyrenäen war bereits vor dem Zweiten Weltkrieg das größte französische Internierungslager. Es wurde im April 1939 als Sammellager für republikanische Kämpfer aus dem spanischen Bürgerkrieg errichtet, ferner wurden dort politische Flüchtlinge aus der Region interniert. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges während der deutschen Besetzung Nordfrankreichs nutzte die Regierung von Édouard Daladier, später das Vichy-Regime Gurs als Internierungslager zur Unterbringung von Strafgefangenen zusammen mit unerwünschten Personen. Der Ort wurde nicht zufällig gewählt. Er liegt weit weg von den Stadtgebieten und befindet sich nur etwa zehn Kilometer vom Bahnhof von Oloron an einer Nationalstraße. Damit ist er leicht zugänglich sowohl für Züge, die spanische Republikaner bringen, als auch für die Versorgung.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Tiefbauabteilung des Departements errichtet zwischen März und April 1939 eine Stadt aus Holz mit einer Aufnahmekapazität von 18.500 Personen. Die Baracken stehen beiderseits der Zentralallee des Lagers, die zwei Kilometer lang und die einzige geteerte Fläche ist. Die 428 Baracken, die das Lager bilden, befinden sich auf einem Gebiet von 79 Hektar und sind in 13 Blocks unterteilt. Jeder Block ist von Stacheldraht umschlossen. Gurs ist nach denselben Mustern gebaut wie die anderen Lager der Region: die Baracken des Lagers sind aus Holz und sehr schlecht isoliert. Für eine provisorische Unterbringung geplant, schützen sie wenig vor Kälte und Regen. Jede Baracke ist 24 mal 6 Meter groß und für ca. 60 Internierte vorgesehen. Jeder Block hat gemeinsame sanitären Einrichtungen und eine gemeinsame Küche.

 

Hieraus befanden sich nunmehr folgende ‚unerwünschte’ Personengruppen im Lager:

Als linke, militante Franzosen wurden damals folgende Gruppen bezeichnet Gewerkschafter, Sozialisten, Anarchisten und Kommunisten, die nach dem Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakt als gefährlich angesehen wurden. Die Ersten dieser Gruppe wurden am 21. Juni 1940 eingeliefert. Die Mehrzahl unter ihnen wurde noch vor Ende des gleichen Jahres in andere Lager verlegt. Ferner Pazifisten, die es ablehnten, in der Rüstungsindustrie zu arbeiten, sowie Repräsentanten der französischen extremen Rechten, die mit der Wehrmacht und der Nazi-Ideologie sympathisiert hatten. Die französische Verwaltung unterschied hier vier Gruppen von spanischen Gefangenen im Internierungslager Gurs. Gudaris, baskische Nationalisten bzw. Angehörige der baskischen Armee während des Spanischen Bürgerkriegs; Brigadisten: Soldaten der Internationalen Brigaden, die im spanischenBürgerkrieg gegen Franco kämpften; sowie Spanier, die ohne verwandtschaftliche, politische oder persönliche Beziehungen in Frankreich aufgegriffen wurden, die aber keiner der übrigen Gruppen angehörten und zuvor in der Landwirtschaft oder anderen schlecht bezahlten Berufen gearbeitet hatten und die Frankreich als Last ansah. In der letzten Mai-Woche 1940 erhöht sich die Zahl der Insassen von Gurs von 1.500 auf 12.000. Es kommen deutsche und österreichische Frauen (vor allem Jüdinnen), die nach der Invasion des 10. Mai 1940 von Belgien abgeschoben worden sind, diejenigen, die in Frankreich ab dem 15. Mai festgenommen worden sind, sowie französische Kommunisten, die seit Abschluss des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts für pro-nationalsozialistisch eingestuft werden. Die deutschen Juden wurden in Deutschland verfolgt, weil sie jüdisch sind, in Frankreich, weil sie deutsch sind. All diese Personen werden von der französischen Verwaltung als unerwünscht bezeichnet und als Spione des Dritten Reiches verdächtigt. Das erste Kontingent aus den Niederlanden kam am 21. Mai 1940 in Gurs an, elf Tage nach dem deutschen Überfall auf die Niederlande. Unter ihnen befand sich eine bedeutende Zahl deutscher Juden, die vor dem Naziregime geflohen waren, wie z.B. Hannah Arendt; sie war 1933 vor den Nazis nach Frankreich geflohen und wurde im Mai 1940 in Gurs interniert.

 

Mit der Unterzeichnung des Waffenstillstands vom 22. Juni 1940 zwischen Frankreich und Deutschland fiel die Region, in der sich das Lager befand, in die unbesetzte Zone, die vom Vichy-Regime kontrolliert wurde; das Lager wurde unter zivile Verwaltung gestellt. Der von der Regierung Daladier eingesetzte Militärkommandant verbrannte vor dem Übergang der Autorität die Akten und ließ die spanischen republikanischen Internierten entkommen, die in der französischen Bevölkerung untertauchten. Andererseits bewirkte der Brand der Akten, dass eine große Zahl von ehemaligen Internierten nach dem Krieg große Schwierigkeiten hatten, Entschädigungen für ihre Internierung zu erhalten. Deutsche Staatsangehörige wurden entlassen, da sie nicht mehr zu den ‚Feinden’ des Landes gehörten. Das Lager ist fast leer und in einem solchen Zustand rechnet jeder damit, dass das Lager definitiv geschlossen werden wird. Die Regierung von Vichy wird jedoch anders entscheiden. Die deutschen Behörden, allen voran Adolf Eichmann, ‚wünschten’ ein Konzentrationslager.

 

Auf Betreiben des Gauleiters von Baden, des besonders fanatischen Nazis Robert Wagner, sowie des Gauleiters Josef Bürckel, aus dem Gau Saarpfalz wurden im Rahmen der ersten planmäßigen Deportation von Juden aus Deutschland am 22. Oktober 1940 6.538 Deutsche jüdischen Glaubens aus Baden, der Pfalz und dem Saarland von der Gestapo und französischen Behörden nach Gurs verschleppt. Ihre Eisenbahntransporte kamen aus Mannheim (2335), Heidelberg (1380), Karlsruhe (900), Baden-Baden (106), Freiburg und Konstanz. Am frühen Morgen des 22. Oktober 1940 wurden die "transportfähigen Volljuden",  wie es in einem Merkblatt der Nationalsozialisten hieß, in ihren Wohnungen festgenommen und abtransportiert. Für die Deportation nach Gurs waren 827 Personen (483 Frauen und 344 Männer) aus der Pfalz vorgesehen. Die meisten von ihnen waren über 47 Jahre, die beiden Ältesten 87 und 88 Jahre alt! Deportiert wurden 63 Kinder, zwei von ihnen nur wenige Monate alt. Die damals neunjährige aus Kaiserslautern stammende und heute in der Schweiz lebende Margot Wicki-Schwarzschild erinnert sich noch gut an den Tag der Deportation: "Eines sehr frühen Morgens wurden wir jäh aus dem Schlaf gerissen; Stiefelgetrampel und lautes Klopfen an der Wohnungstür, Ich sah meine Eltern erbleichen, zu Tode erschrecken… In der Tür standen Gestapo-Leute in Zivil… Ich sah meinen Vater zittern, meine Mutter weinen… So standen wir, zusammen mit unserer fast 80-jährigen Großmutter, eine Stunde später übernächtigt und blass, bereit zum Abtransport… Wir wurden dann am späten Abend auf den Güterbahnhof getrieben, durch eine Unterführung, in der die Hitlerjugend der ganzen Stadt Spalier stand, uns verhöhnte, beschimpfte und anspuckte. Wir kamen uns wie der Abschaum der Menschheit vor." Von Ludwigshafen aus begann der Sammeltransport für die Pfälzer. Vier Tage und drei Nächte waren die Züge unterwegs bis an den Rand der Pyrenäen. Schon während des Transports waren einige, insbesondere ältere Frauen und Männer gestorben, andere starben bald nach der Ankunft in Gurs. Die aus dem westpfälzischen Brücken verschleppte Hilda Straaß, geb. Mann, schrieb am 6. Dezember 1940 an eine befreundete Familie in ihrer Heimat über die Unterbringung in Gurs: "In unserer Baracke sind 50 Personen, Frauen und Kinder… Wir sind hier interniert und leben hinter Stacheldraht… Wir liegen auf Strohsäcken auf dem Boden und die Decken geben nicht warm. Wir haben weder Tisch nach Stuhl und auch keine Fenster, nur Lucken… Wir haben dauernd Hunger und frieren auch sehr…" Über die Situation in Gurs, die katastrophalen hygienischen Zustände und die mangelhafte Verpflegung liegen zahlreiche weitere erschütternde Augenzeugenberichte vor. Ohne den Einsatz internationaler Hilfsorganisationen, etwa des Schweizer Kinderhilfswerks und seine Schwester Elsbeth Kasser ("der Engel von Gurs") oder der amerikanischen Quäker, die tonnenweise Lebensmittel und Kleidung ins Lager brachten, wäre die Zahl der in Gurs Verstorbenen sicher noch höher gewesen. Im Frühjahr 1941 wurden viele Internierte in benachbarte Lager verlegt, manche, die über Ausreisepapiere verfügten, konnten noch auswandern.

 

Im Rahmen der bei derWannsee-Konferenz beschlossenen "Endlösung der Judenfrage" wurden ab März 1942 auch die in Frankreich internierten Juden in Absprache mit der Vichy-Regierung in den Osten verschleppt. Unter ihnen befanden sich mindestens 334 der über 800 Personen, die 1940 aus der Pfalz nach Gurs deportiert worden waren. Allein 314 von ihnen kamen nachweislich nach Auschwitz. Unter ihnen war auch der 14-jährige Günther Hausmann aus Kirchheimbolanden mit seinen Eltern. Sein jüngerer Bruder Carl, der in einem südfranzösischen Kinderheim untergekommen war, blieb verschont. Er kam nach dem Krieg mutterseelenallein zu seinen Verwandten in die USA. Heute lebt er in New Jersey: "Es ist schwer für mich zu vergeben und unmöglich zu vergessen. Von meiner Kindheit bis heute plagen mich stets die Erinnerungen an die Vernichtung meiner Familie durch die Hände deutscher Menschen, All jenen, die für dieses schreckliche Verbrechen Verantwortung trugen, kann ich nicht vergeben. Ich hoffe, dass meine Aussage für die jüngere Generation und die Humanität in irgendeiner Weise von Nutzen sein wird, so dass die kleine Familie von Kirchheimbolanden wie die Millionen anderer, nicht vergebens gestorben sind." Allein im Winter 1940/41 starben hier 800 Gefangene. Gurs war nur eines von vielen Lagern, die unter dem Vichy-Regime unterhalten wurden und etwa 20.000 Juden fest hielten. Die Deportationszüge fuhren über Drancy nach Polen. Ende Sommer 1942 Juden an, die den Razzien in der freien Zone zum Opfer gefallen sind. Am 23. November 1942 wird die gesamte Bevölkerung des Lagers von Rivesaltes nach Gurs transferiert. Letztendlich sind die Personen, die zwischen 1940 bis 1943 im Lager von Gurs interniert sind, all diejenigen, die von der französischen Verwaltung als „für die Volkswirtschaft überzählige Ausländer“ bezeichnet wurden. In August 1942 äußert sich die Radikalisierung der Politik von Vichy auch in der freien Zone in der Abfahrt der ersten Transporte in Richtung der nationalsozialistischen Vernichtungslager. Am 6. August werden 850 Personen über Drancy in die Todeslager deportiert. Zwei Tage später fahren 800 weitere Internierte mit „unbekanntem Ziel“ ab. Insgesamt werden 1.457 Personen zwischen dem 24. August 1942 und dem 3. März 1943 auf dieselbe Art und Weise von Gurs deportiert werden. In der gleichen Zeit registriert das Lager 1.038 Tote und 910 Flüchtige. Dazu kommen 12.000 Gurs- Insassen, die in andere Lager Südfrankreichs transferiert worden sind und die auch mehrheitlich nach Auschwitz deportiert worden sind.

Am 2. Juli 1943 übernahm Alois Brunner das Kommando des Lagers, assistiert von vier SS-Offizieren. Das französische Personal wurde entlassen. Nun setzte man Gefangene als Lagerpolizei ein ("Membres du Serviced’Ordre"). Die Lagerinsassen litten unter einem permanenten Mangel an Nahrung. Bis November 1942 belief sich die tägliche Essensration auf 600-800 Kalorien. Von Zeit zu Zeit konnten die Gefangenen diesen Notstand mildern, weil ihnen gestattet wurde, Essenspakete von Verwandten, französischen Hilfsorganisationen und dem Roten Kreuz zu empfangen. Unter Brunners Leitung verschlechterte sich die Essensversorgung jedoch schnell wieder, er ließ keine ‚Vorzugsbehandlung’ zu. Das Lager von Gurs hatte sich in der Internierung von ausländischen Juden ‚spezialisiert’. Das Regime von Vichy verhärtet seine antisemitische Politik. Für alle deutschen Frauen, die im Juli 1940 nicht weggegangen waren, weil sie nicht wussten, wohin sie gehen konnten, und dachten, sie wären im Lager vergleichsweise sicher, schnappt die Falle unwiderruflich zu. Während der Besatzungszeit starben mehr als 3.000 Juden. Mehr als 1.000 Juden sind auf dem Friedhof in Gurs beerdigt. Von den 76.000 deportierten Juden, die nach Osten verbracht wurden, haben weniger als 3.000 überlebt.

 

Ende Sommer 1943 sind noch etwa hundert Internierte im Lager. Es scheint sich eine baldige Auflösung des Lagers abzuzeichnen. Es dauert jedoch bis zum Handstreich des Widerstandes vom 25. September 1943, bei dem zwei Widerstandsgruppen die Lagerwachen ausschalten und sich sämtlicher in der Waffenmeisterei des Lagers befindlicher Waffen bemächtigen, bis das Innenministerium die Unmöglichkeit feststellt, das Lager länger zu schützen und seine Auflösung am 1. November 1943 beschließt. Auch wenn kein Internierter mehr in Gurs lebt, wird das Lager doch nicht geschlossen: vier Blocks und die Verwaltungsgebäude bleiben für den Fall einer Neueröffnung offen. Am 9. April 1944 wird eine Gruppe Roma und Sinti  in Block J interniert. Sie kommen aus dem Lager für Nomaden von Saliers, das kürzlich geschlossenen wurde. Von einer Verwaltung, die es nicht eilig hatte, mit den Lagern Schluss zu machen, werden ungefähr 78 Roma, die als Unerwünschte betrachtet werden, ins Lager von Gurs gebracht. Am 5. Juni kommt noch eine Gruppe von 151 Frauen aus Brens hinzu. Angesichts des schrecklichen Zustands der Baracken beginnt die Gruppe Feuer zu legen. Der Lagerleiter ist überfordert und beschließt, sie im Zentralspital zu internieren. Zigeuner und Frauen aus Brens flüchten am 25. Juni, als die deutsche Armee die Widerstandskämpfer im Krankenhaus Sainte Blaise angreift. Am 31. Dezember 1945 wird das Lager von Gurs endgültig geschlossen.

 

Im Wissen, dass die Freiheit nur Kilometer, über Spanien und Portugal, entfernt ist; mussten die Menschen unter unmenschlichen Bedingungen versuchen zu überleben und wurden dann zum größten Teil gen Osten, in Zügen gepfercht, vorwiegend nach Auschwitz, verfrachtet.

Eine Gedenkstätte befindet sich heute in Gurs, ebenso wird der jüdische Friedhof gepflegt, beides ist der Öffentlichkeit zugänglich. 

Mit dem Hinweis auf Gurs gibt es zahlreiche Gedenkstätten in Baden und der Pfalz.

Foto 1: Lager Gurs – Quelle: christen-und-juden.de · Foto 2: Lager Gurs, Luftaufnahme – Quelle: jgm-net.de · Foto 3: Gurs 1941 – Quelle: jgm-net.de Foto 4: Frauen in Gurs – Quelle: yadvashem.org · Foto 5: Beim Essen 1941 – Quelle: jgm-net.de · Foto 6: Gedenkstätte Gurs – Quelle: wikimedia.org 

 

Anmerkung!  (von Andrew W. Hilkowitz)

Alljährlich findet in Gurs eine Gedenkveranstaltung statt, die vom Hauptamt der Stadt Karlsruhe organisiert wird. Mitglieder der Arbeits­ge­mein­schaft zur Unter­hal­tung und Pflege des Depor­tier­ten­fried­hofs in Gurs sind:

 

 

 

 

 

 

  1. Stadt Karlsruhe
  2. Stadt Mannheim
  3. Stadt Freiburg
  4. Stadt Heidelberg
  5. Stadt Pforzheim
  6. Stadt Konstanz
  7. Stadt Weinheim
  8. Stadt Emmen­din­gen
  9. Stadt Offenburg
  10. Stadt Lörrach
  11. Stadt Bruchsal
  12. Bezirks­ver­band Pfalz
Die Geschäfts­füh­rung der Arbeits­ge­mein­schaft liegt bei der Stadt Karlsruhe.
Auch der Oberrat der Israeliten Badens entsendet jedes Jahr Delegierte nach Gurs. Eine der obengenannten Städte ist im jährlichen Wechsel der "Ausrichter". So hatten wir schon bei den Veranstaltungen alle Oberbürgermeister der jeweiligen ausrichtenden Stadt und auch schon etliche Ministerpräsidenten bei der Gedenkveranstaltung dabei. An der  Veranstaltung nehmen etwa 200 Personen teil. Die jüdische Gemeinde von Pau ist mit ihren Vertretern einschließlich Rabbiner immer anwesend. Ebenso der deutsche Konsul, der örtliche Polizeipräsident und die Bürgermeister und Pfarrer der umliegenden Orte. Vor der Gedenkveranstaltung findet in der Kirche von Gurs ein spezieller Gottesdienst statt.
Es reisen auch immer viele Jugendliche an und es gibt ein entsprechendes Rahmenprogramm mit Zeitzeugen, also Personen, die im Lager Gurs eingesperrt waren, wie z.B. Paul Niedermann oder Eva Mendelsson. Diese Zeitzeugen erzählen von ihren Erlebnissen in Gurs und die Jugendlichen stellen viele Fragen. Das Treffen der Jugendlichen mit den Zeitzeugen ist vermutlich der wichtigste Teil des Rahmenprogramms.

 

Hier ist ein weiterführender Link zum Thema:
http://lernen-aus-der-geschichte.de/Lernen-und-Lehren/content/4323
 
 
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Baustein

 

 

"…es geschah am helllichten Tag!"

Die Deportation der badischen, pfälzer und saarländischen Juden in das Lager Gurs/Pyrenäen

 

Leben im Lager von Gurs

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Inhaltsverzeichnis


10. Alltag

 

 

Als die Deportierten in Gurs ankommen, befinden sich ca. 900 Menschen in dem Lager. Innerhalb weniger Tage steigt die Zahl auf über 13.000 an, da noch weitere Juden aus Frankreich sowie aus dem aufgelösten Lager St. Cyprien nach Gurs gebracht werden. Durch Stacheldraht zur Außenwelt abgesperrt, sind die Gefangenen auf einer Fläche von etwa drei Quadratkilometer eingesperrt.

Das Lager besteht aus ca. 380 Baracken, die weder sanitäre Anlagen noch Trennwände haben. Statt Fenster gibt es unverglaste Lichtluken, die durch Holzklappen verschlossen werden können. In einer Baracke sind etwa 50 bis 60 Menschen untergebracht. Insgesamt konnte das Lager mit maximal 23.000 Gefangenen belegt werden. Aufgeteilt ist das Lager in so genannte "Ilôts" d. h. "Inselchen" oder "Häuserblocks". Ein "Ilôt", oder auch Block, besteht aus ca. 22 bis 30 Baracken mit etwa 1.400 bis 1.700 Internierten. Die einzelnen "Ilôts" sind voneinander abgetrennt durch Gräben und Stacheldraht. Jedes "Ilôt" wird bewacht und der Verkehr zwischen den verschiedenen "Ilôts" ist zumeist verboten.

Ein internierter Arzt, Doktor Ludwig Mann, beschreibt die Situation im Lager Gurs folgendermaßen:

"Die Baracken waren kalt, feucht, zugig und schmutzig, die Strohsäcke lagen auf den schiefen Bretterböden, schlecht gefüllt mit muffigem Stroh. Es gab Wanzen und Läuse, Ratten und Flöhe; aber kein Essgeschirr und kein Trinkgefäß. Alles Gepäck, die 20 kg38, die pro Person erlaubt waren, war von den Gepäckcamions auf die Lagerstraße geworfen worden und lag in wüstem Durcheinander in Dreck und Regen. Nur kleine Dinge hatte jeder bei sich, vielleicht einen Becher, ein Messer, mit denen sich mehrere behelfen mussten. Wir waren vollkommen benommen vom Schock der plötzlichen Deportation aus der Heimat, die trotz der Erbarmungslosigkeit des Hitlertums eben doch die Heimat war, in der wir aufgewachsen waren und viele Generationen vor uns ihr Leben verbracht hatten. Viele begriffen immer noch nicht, was mit ihnen geschehen war. Man saß auf den Strohsäcken herum, hinaus konnte man nicht. Es regnete und regnete. Der Boden war verschlammt, man rutschte aus und sank ein. Die Gräben waren verstopft und das Wasser lief über (…)"39

Für die Internierten bedeutete das Schreiben hinter dem Stacheldraht die Erlebnisse zu verarbeiten und sie der Außenwelt mitzuteilen. "Ich leer’ mein schweres Herz euch aus" lautet der Vers einer unbekannten Verfasserin.40 Die Bedingungen zum Schreiben im Lager sind sehr schwierig, da es kaum Licht und Papier gibt, es kalt ist, Sitz- und Schreibgelegenheiten fehlen und viele von den Menschen depressiv, krank und hungrig sind.

In der Zeit zwischen 1940 und 1943 unterliegt der Briefwechsel einer strengen Zensur. Zensiert werden sowohl alle Nachrichten, die aus dem Lager hinausgehen, als auch alle Briefe, die an Internierte versendet werden. Daher werden täglich zwei bis drei Säcke Zeitungen und 6.000 bis 8.000 Briefe durchgesehen. Aufgrund dieser hohen Anzahl an Briefen kann von den Zensoren nicht alles durchgesehen werden. Sie überwachen deshalb insbesondere "verdächtige" Gefangene.41

Hannelore Haguenauer, 1923 in Karlsruhe geboren, mit ihren Eltern und ihrem Bruder im Oktober 1940 nach Gurs deportiert, beschreibt am 21. Februar 1941 einem Freund ihren Tagesablauf:

"Lieber Robert ….Dann mache ich mich fertig + ziehe mit Milchkanne + Einkaufstasche bewaffnet per Fahrrad los. Du musst nämlich wissen, ich bin in der Kantine beschäftigt, die meine Bekannte aus Karlsruhe leitet. Ich kaufe für die Kantine ein und habe dadurch den Vorzug, ein relativ anständiges Mittagessen, allerdings für viel Geld, zu bekommen. Jedoch ich bin vor allem froh, dass ich Beschäftigung habe u. "raus" komme (…) So gegen Abend komme ich dann zurück u. verbringe den Rest des Abends meistens in der Kantine, wo es recht gemütlich ist. Die seelische Stimmung u. vor allem die seelische Verfassung ist sehr mieß."42

M13

Fotos aus dem Lagerleben
Quelle: Fotosammlung Oskar Althausen, Musée de Gurs, Hauptstaatsarchiv Stuttgart


Der Aufbau der Baracken


Inneres einer Baracke


Die Lagerstrasse


Blick über das Lager


Die Umzäunung, die Ilots


Die Frauenbaracke


Die Kleinkinderbaracke


Kochstelle


Im Essraum


Wäschebaracke


Schreinerbaracke


Schlamm, Winter 1940/41


Der Sargwagen

Else Liefmann ist Kinderärztin und Pädagogin. Sie wird im Oktober aus Freiburg nach Gurs deportiert und schreibt in einem Brief über das Leid der Menschen:

"Wir haben täglich 10-15 Tote, meist alte Leute, aber auch ab und zu Jüngere und Kinder. Das ist dann besonders traurig. Aber der Dreck hier ist unbeschreiblich, dass, obgleich in meiner Infirmerie (Krankenstation) die Schwestern hervorragend arbeiten, dagegen kaum anzugehen ist. Außerdem fehlen uns ja so gut wie alle Hilfsmittel und die Wirkung ist minimal. Der Vertreter des Roten Kreuzes wird hoffentlich berichten (…)"43

 

Die Eltern Eckstein und ihre Tochter Lore geboren 1921 werden am 22. Oktober 1940 aus Pforzheim nach Gurs deportiert und 1942 nach Osten transportiert. Seither sind sie verschollen. Sie schreiben an ihren Sohn Martin, der 1929 geboren ist und heute in den USA lebt.

"Mein lieber Martin!

Muttertag ist heute und Du hast mir so nett gratuliert und einen Blumentopf gemalt. Vielen Dank!

Lore gab mir ein Stück Choko und 1 St. geröstetes Brot, beides auch sehr willkommen und schon gegessen. – Diese Woche hatten wir viel Arbeit. 5 aus unserer Baracke kamen am Donnerstag nach Valeuves in ein Hotel. Dadurch gab’s Platz und da wir sehr beengt waren, zogen wir gleich um mit unseren Sachen, beinahe wie von W. nach Pf. Jetzt haben wir einen Tisch und könnens uns behaglich machen. (…) Bald sind wir wieder beisammen, so Gott will. Heute schreiben wir an Herrn Direktor wegen deiner Barmizwah, vielleicht gelingts. Also, mein Liebling bleibe gesund, wir denken in Liebe an dich. Herzliche Küsse deine 
Mutter"44

Auch Kinder berichten. So z. B. ein Kinderbrief (M14) von Leo und Ralf an Gertrud Hammann. Sie ist 1910 in Karlsruhe geboren und wird Kindergärtnerin. 1937 wird sie als "Halbjüdin" aus ihrem Beruf entlassen und geht nach Frankreich. Während dieses Frankreichaufenthaltes wird sie von Mai 1940 bis Dezember in den Lager Lodére und Gurs interniert. Nach dem Krieg kehrt sie nach Deutschland zurück und arbeitet im Dienst der Evangelischen Kirche Baden.

M14

Zum Alltag in Gurs gehört das Sterben. Insgesamt finden 1.038 Menschen den Tod. 45Begraben werden sie auf dem Friedhof, der fast immer unter Wasser steht, am Ende des Lagers. Ursachen für die hohe Sterblichkeit im Lager sind die unzureichende Hygiene, die schlechte bis mangelhafte Ernährung sowie die schlechte medizinische Versorgung. Die Folgen davon sind Epidemien, wie Ruhr, Typhus, Tuberkulose oder eine ansteckende Gehirnhautentzündung.

"Da die Teilnahme an den Begräbnissen für alle gestattet war, ließ sich niemand die Gelegenheit entgehen, seine Freunde und Familienangehörigen für einen kurzen Augenblick zu sehen. Ein besonders trauriger Fall ist mir im Gedächtnis geblieben. Bei einem Massenbegräbnis wurden die Namen der Toten verlesen. Auf diese unmenschliche Weise erfuhr eine dabei anwesende Frau, dass sich auch ihr Gatte unter den Toten befand."46

M15

Kranke und entkräftete Männer
Quelle: Bullinger, 1993, S. 72

11. Unterbringung

Erbaut ist das Lager auf Schwemmlandboden des Flüsschens Gave d’Oloron. Der ton- und lehmhaltige Boden ist bei Nässe sumpfig. Für eine landwirtschaftliche Nutzung ist er ungeeignet, da der Boden ständig entwässert werden muss. Abhilfe schaffen Drainage-Gräben, die jedoch nur in der trockenen Jahreszeit das Problem lösen. Die Hälfte des Jahres regnet es viel in der sehr gewitterreichen Gegend. Folglich kann das Wasser nicht abfließen und der Boden verwandelt sich in einen tiefen und zähen Schlamm.

Durch die Mitte des Lagers führt eine asphaltierte Straße. Es ist das einzige befestigte Stück Boden im Lager, das sich bei Regen nicht in Schlamm verwandelt.

 

12. Ernährung

Aus dem Bericht des Mannheimer Kinderarztes Dr. Neter:

"Von Anfang an war die den Ilôts gelieferte Nahrung ungenügend nach Menge (Quantität) und nach Beschaffenheit (Qualität). Die Menge der wichtigsten Nahrungsstoffe, Fett, Eiweiß und Mehle (Kohlenhydrate) entsprach nur ungefähr einem Viertel der als notwendig betrachteten. (…) Zu dieser Unzulässigkeit der Kost kam das Eintönige des Speisezettels hinzu. Wochenlang gab es z. B. nur Rüben, ebenso lange Wochen Kürbisse oder dann nur Kohl oder Topinambur. Diese Einförmigkeit stellte an den Geschmack und die Verdauungsorgane Anforderungen, denen viele nicht entsprechen konnten. Alles wurde dargereicht in Form von Suppen, die zumeist sehr dünn waren. Der Körper wurde von einer (sehr mineralsalzreichen) Flüssigkeit überschwemmt, welche auf die Dauer die Gesundheit untergraben musste, eines Organismus, eines Körpers, der bereits durch die ungünstigen Lebensbedingungen in seiner Widerstandskraft geschwächt war."47

M16

Kinderarzt Dr. Eugen Neter

Pauline Maler, Oberin am jüdischen Kranken- und Altersheim in Mannheim

 

Ein Briefzitat:

"Morgens um 7 Uhr eine Tasse Kaffee, um 11 Uhr Brotausgabe, um 12 und 6 Uhr etwas mehr als je ½ Teller dünner Suppe mit Reis und Karawanzen, einer Art spanischer gelber Erbsen, die sehr hart sind.

Soweit ich mich an eure Mahlzeiten erinnern kann (wie gern tue ich das, und wie weh wird einem dabei), euer Spülwasser mittags und abends enthält mehr Fett als unsere sog. Suppen und mit etwas Salz versehen, schmeckt es bestimmt besser als das heiße Wasser hier, ganz zu schweigen vom Fleisch, zu dem man beglückwünscht wird, wenn man mal bei der Austeilung ein Stückchen erwischt. Meist ist es aber so hart und alt, dass man es gerne wieder ausspuckt."48

 

13. Kultur trotz der Angst vor dem Tod

In Briefen, Tagebüchern, Gedichten, Liedern und Berichten der internationalen Hilfsorganisationen wird mit Stolz berichtet über die niveauvollen Kulturveranstaltungen im Lager. Während dieser Veranstaltungen vergessen die Inhaftierten für einige Augenblicke ihre ausweglose Situation und das Gefühl der Ohnmacht. Sie bringen etwas Abwechslung in den niederdrückenden Alltag.

Das kulturelle Leben im Lager ist durch die täglichen Veranstaltungen sehr vielfältig. So werden Vorträge gehalten, Aufführungen und Konzerte veranstaltet. Unter den Internierten befinden sich hervorragende Musiker, wie der Geiger Fritz Brunner, der früheren Konzertmeister des Wiener Philharmonischen Orchesters und die Pianisten Hans Ebbecke, ehemals Organist an der Kathedrale in Straßburg und Hans Meyerowitz. Sonntags geben sie klassische Morgenkonzerte.

Otto Heymann schreibt am 29. Juni 1941 in sein Tagebuch:

"Heute wunderbares Beethoven-Konzert gehabt (…) Violinkonzert, ausgeführt von Brunner u. Ebbecke für ganze 2 frs. Das hat man draußen nicht."49

Unter den Internierten finden sich auch erstklassige Schauspieler, Maler, Graphiker und Kabarettkünstler. So auch der Kabarettist Alfred Nathan. Kurz nach Kriegsausbruch wird Alfred Nathan von den Nazis ausgebürgert und von den Franzosen als "feindlicher Ausländer" interniert. Nachdem er in verschiedene Internierungslager gebracht worden ist, wird er schließlich 1940 in das Lager Gurs überführt. 1942 taucht er in der spanischen Arbeitskompanie unter und entgeht dadurch den Deportationen. Jedoch wird er als Deutscher erkannt und soll hingerichtet werden. Über die Pyrenäen kann er nach Spanien fliehen, wo er wieder bis Ende 1943 inhaftiert wird. Anschließend arbeitet er als Kabarettist auf spanischen Bühnen und siedelt 1957 in die DDR über. Eine Aufführung im Lager Gurs betitelt er mit: "Lachen trotz Tod und Teufel"

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Lied von Alfred Nathan
Quelle: Philipp, 1993, S. 61

M18

Erwin Götzl: Liederbuch nach bekannten Melodien;
Quelle: Bullinger 1993, S. 92

Rolf Weinstock, der im Oktober 1940 nach Gurs deportiert wird und Auschwitz überlebt beschreibt die Kulturveranstaltungen:

"Wir fassten (im Mai 1941, G. M.) den Entschluss, uns das Leben im Lager zu erleichtern. Was sollten wir nun immer jammern und klagen! Das Leben ist ja so kurz. Zunächst veranstalteten wir jeden Sonntag ein kleines Konzert. Später trugen Dichter aus eigenen Werken Ernstes und Heiteres aus dem Lagerleben vor. Eines Tages aber wurde angeregt, einen Wettbewerb für die beste Programmnummer zu veranstalten. Jeder konnte sich beteiligen. (…) Ich trug mich mit dem Gedanken, eine Reichssitzung zu imitieren. (…) Ich erschien auf einer mit Hakenkreuzen geschmückten Tribüne und betrat in der Aufmachung und mit Bewegungen Adolf Hitlers das mit dem Adler des tausendjährigen Reiches geschmückte Rednerpult. Zwei Stunden dauerte meine Ansprache, die immer wieder von Beifallstürmen unterbrochen wurde."50

Alle kulturellen Veranstaltungen müssen angemeldet werden und unterliegen der Lagerzensur. Diese greift in diesem Fall offensichtlich nicht ein. Das Wachpersonal nimmt zwar an fast allen Veranstaltungen teil, spricht jedoch nicht Deutsch.

 

14. Religiöses Leben

Das religiöse Leben der jüdischen Lagerinsassen erfährt durch die Lagerleitung keine Behinderung. Es gibt sogar eine koschere Küche, in die etwa 10 % der Insassen eingeschrieben sind, ferner ein Rabbinat, 11 Synagogen, eine jüdische Bibliothek und Thorarollen. Am Freitagabend zu Beginn des Schabbat finden die Gebete im Freien statt. An den Festtagen versammeln sich bis zu 6.000 Menschen auf einer Wiese hinter dem Lager. Nach etwa eineinhalb Jahren werden auch Grabsteine auf dem Friedhof erlaubt und ein Friedhofsbuch geführt.51

Für Pessach 1941 (5701) wird eine spezielle, sorgfältig handgeschriebene und –gezeichnete Haggada von Rabbiner Leo Auerbacher gefertigt. Handschriftlich setzt er darunter: "Ein Lichtblick in unserer Zeit waren die Freunde, die wir getroffen."52

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Pessach-Feier in Gurs 1941
Quelle: Yad Vashem, 1999, S. 24

 

38 In anderen Quellen werden 50 kg angegeben. Vgl. Obst, Johannes, 1986, S. 16.

39 Zitiert in: Kasser, Elsbeth, 1993: Mein Leben im Lager Gurs, in: Bullinger, Thomas (Hrsg.): Gurs: ein Internierungslager in Südfrankreich 1939-1943, Hamburg, S. 10-11, S. 10.

40 Verfasserin unbekannt. "Camp des Gurs, 12. November 1940", abgedruckt in: Mittag, Gabriele, 1996, S. 255. Quelle: Stadtarchiv Mannheim. Überliefert durch Oskar Althausen.

41 Vgl. Mittag, Gabriele, 1996, S. 48.

42 Brief abgedruckt in: Wiehn (Hrsg.), 1990: Oktoberdeportation 1940: die sogenannte "Abschiebung" der badischen und saarpfälzischen Juden in das französische Internierungslager Gurs und andere Vorstationen von Auschwitz, 50 Jahre zum gedenken, Konstanz, S. 692f. und Mittag, S. 54.

43 Liefmann, Martha und Else, 1996: Helle Lichter auf dunklem Grund, Bern, S. 12.

44 Stadtarchiv Pforzheim, 10. Mai 1942, SGS.

45 Vgl. Mittag, Gabriele, 1996, S. 35.

46 Ludwig, Max, 1965: das tagebuch des hans o., dokumente und berichte über die deportation und den untergang der heidelberger juden. Heidelberg, S. 12.

47 Zitiert aus dem Bericht des Mannheimer Kinderarztes Dr. Eugen Neter, der als badischer Jude im Oktober 1940 nach Gurs deportiert wird. Fliedner, Hans-Joachim, 1971: Die Judenverfolgung in Mannheim 1933-1945, Stuttgart. Bd. 2, S. 85f.

48 Auszug aus einem Brief aus Gurs vom 20. November 1940. (in: Fliedner, H.-J., 1971, S. 99)

49 Zitiert in: Leo Baeck-Institut, New York (Otto Heymann AR-C. 684/1918).

50 Weinstock, Rolf, 1950: Rolf, Kopf hoch. Berlin-Potsdam, S. 43.

51 Vgl. Auerbacher, Leo, in: Wiehn, 1990, S. 435ff.

52 Yad Vashem (Hg.), 1999, Passover Haggadah from the Gurs Camp, France 1941; Jerusalem, S. 24.

 

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