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Nachruf auf Prof. Dr. Gerhard Baader

Wir „Child Survivors Deutschland“ beklagen den Verlust unseres langjährigen
Mitglieds Prof. Dr. Gerhard Baader. Am 3. Juli 1928 in Wien geboren, verstarb er am 14. Juni 2020 in Berlin im Alter von 91 Jahren.

Mit Gerhard Baader haben wir Child Survivors vor allem einen gütigen, religiös tief verankerten, aktiv hilfsbereiten Menschen verloren. Als 2. Vorsitzender unseres Vorstands war er uns bis zu seinem Tod stark verbunden. Über Jahrzehnte begleitete er uns einfühlsam in unseren besonderen Sorgen und Belastungen. Als Child Survivor wurde auch er vom Schicksal hart getroffen, 1944 – 1945 war er bei Zwangsarbeit und Arbeitslager in steter Lebensgefahr, aus der er „im letzten Moment“, wie er berichtete, von der Roten Armee befreit wurde. Er konnte die bei vielen Child Survivors nach 1945 keineswegs aufhörenden schweren Belastungen in ihrer vollen Tragweite besonders gut verstehen. Wir denken an ihn in großer Dankbarkeit.

Gerhard Baader hätte sich gewiss ein anderes Leben vorstellen können. Er war ein Ästhet, 1979 habilitierte er sich als Philologe zum Thema Die Bibliothek des Giovanni Marco da Rimini. Aber für ihn war die bittere Auseinandersetzung mit den Details der Nazi-Verbrechen zur Lebensaufgabe geworden, sozusagen eine ethisch unausweichliche Verantwortung. Wir lernten ihn schätzen als einen „friedlichen Vulkan“, angenehm im Umgang miteinander. Wo es aber um politische Themen, insbesondere um die Verbrechen der Nazis ging, konnte Gerhard Baader regelrecht zupackend laut „explodieren“, und deutlich Stellung beziehen.

Als Medizinhistoriker hat er wesentlich zur Aufklärung der Verbrechen im Bereich Medizin beigetragen. Mehr als 50 Prozent der deutschen Ärzte waren Mitglieder der NSDAP! Gerhard Baader war eine treibende Kraft bei der Gegenveranstaltung zum Ärztetag, dem „Gesundheitstag“, im Zuge der 68er Jahre in Berlin, teils unter turbulenten Bedingungen. 1982 gründete er den „Arbeitskreis für die Erforschung der Geschichte der NS-Euthanasie und Zwangssterilisation“. 1983 wurde er zum außerplanmäßigen Professor beim „Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin der Charité“ ernannt. Dort blieb er bis zu seinem Tod für seine Studenten verantwortlich tätig. Zugleich war er ab 1993 viele Jahre Visiting Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem, Hadassah Medical School. Es war für uns Child Survivors oft erschütternd mitanzusehen, wie trotz schwerer Krankheiten und Verletzungen, so nach mehreren Hüftoperationen, er sich eisern einer Reha unterzog und danach mit bewundernswerter Anstrengung sich , sei es auch noch so langsam und mühsam, zu seinen Studenten, ja bis zuletzt auch noch zu wissenschaftlichen Kongressen bewegte – und auch zu unseren Treffen der Child Survivors! Von zentraler existenzieller Bedeutung war für Gerhard Baader auch seine Aktivität als langjähriger Gabbai der Synagoge Oranienburger Straße. Sogar dort konnte er vulkanartig reagieren; er duldete in Gesprächen, auch mit Freunden keine Zweifel oder gar Ablehnung hinsichtlich der Bedeutung von Religion. Bei all den intensiven Engagements könnte man sich fragen, ob er denn noch Zeit für ein Privatleben haben konnte. Die Antwort ist, oh ja, sein Familienleben war teils ähnlich turbulent wie bei vielen, besonders modernen Ehepaaren. Das Geheimnis mag sein, was auch immer er tat, es geschah mit hoher Konzentration und Hingabe. Er kritisierte die Nazi-Verbrecher und wurde entsprechend von vielen Nazis, besonders Medizinern, angegriffen und verachtet. Als Fazit könnte man wohl sagen: Er hat die Menschen geachtet und wurde geachtet. Er hat geliebt und wurde geliebt. Vorstand der Child Survivors Deutschland e. V.

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Geboren in Theresienstadt

RP-Foto: Thomas Lammertz Die Familie ist Thomas Gabelin wichtig: Hier ist eine Collage mit Familienfotos, die seine Kinder zur Goldenen Hochzeit zusammengestellt haben. Die gegenüberliegende Wand ist den Vorfahren gewidmet.     Thomas Gabelins Leben begann am 21. Dezember 1944. Geburtsort: … Weiterlesen

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Horst Selbiger ZZB-Interview

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Diese Geschichtsstunden treffen oft auf Gegenwind

Mit Engelszungen
Thomas de Marco über Pavel Hoffmanns Auftritte Weiterlesen

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Überlebender warnt vor Antisemitismus

Holocaust-Zeitzeuge Pavel Hoffmann erzählt über sein Leben Weiterlesen

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9. November 1938 und Deutschland heute

– veröffentlicht in Reutlinger Nachrichten am 9. November 2019. Der tschechische Journalist und Schriftsteller Franz Robert Kraus, der 1946 als erster welt-weit einen authentischen Bericht über das größte Verbrechen in der Menschheitsgeschichte als Mitglied des „Sonderkommandos“ in Auschwitz verfasst hat, … Weiterlesen

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Zeitzeugengespräch mit Liesel Binzer

Am 27. Februar im Keramikmuseum Höhr-Grenzhausen, Lindenstraße 13 Höhr-Grenzhausen. Liesel Binzer, die 1936 in Münster als Liesel Michel geboren wurde, musste zusammen mit ihrer Mutter Hilde und ihrem Vater Bernhard, der im Ersten Weltkrieg beide Beine verloren hatte und mit dem … Weiterlesen

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Nur durch ein Wunder haben sie überlebt

Schwarzwälder Bote ,Von Bianca Rousek 21.01.2020 – 18:42 Uhr Liesel Binzer ist 83 Jahre alt. Was in ihrer Kindheit geschah, kann sie bis heute nicht vergessen. Binzer erlebte die Gräueltaten der Nationalsozialisten am eigenen Leib. Die Holocaust-Überlebende ließ Neuntklässler der Calwer Realschule … Weiterlesen

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Überlebender warnt vor Antisemitismus

Trier Holocaust-Zeitzeuge Pavel Hoffmann erzählt über sein Leben als jüdisches Kind in Theresienstadt. Er mahnt, die Entwicklungen der Gegenwart zu beachten.

„Mein Vortrag wird Sie nicht nur betroffen machen, sondern auch überraschen, denn ich werde mich direkt an Sie richten“, verspricht Pavel Hoffmann zu Beginn seines gut besuchten Vortrages in der Volkshochschule (VHS) Trier. Weiterlesen

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Ausstellung zu Kindern im Konzentrationslager Theresienstadt

Der Holocaust-Überlebende Pavel Hoffmann spricht am 13. Januar in Trier über seine
Zeit als Kind im KZ Theresienstadt, sein Leben nach der Befreiung sowie über den aktuell
erstarkenden Antisemitismus. Weiterlesen

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Klingeltafel

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Ein tolles Projekt in Berlin! Hierzu das Video (etwa 40 Minuten) zu einer ganz besonderen Klingeltafel (Gefilmt von Kaspar Köpke) Kaspar Köpke und seine Frau Britta Wauer haben auch “Rabbi Wolff”, “Im Himmel, Unter der Erde” und “Gerdas Schweigen” gedreht. … Weiterlesen

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Einer der Letzten

Horst Selbiger ist 91 Jahre alt und einer der wenigen noch lebenden Zeitzeugen der Judenverfolgung in der NS-Zeit. Ihm zuzuhören ist heute wichtiger denn je Weiterlesen

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Die dritte Schuld

Horst Selbiger über die Aberkennung der Gemeinnützigkeit der Vereinigung der
Verfolgten des Naziregimes Weiterlesen

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Leserbrief unseres Vereinsmitglieds Pavel Hoffman zum 09. November 2019 in den Reutlinger Nachrichten.

Der tschechische Journalist und Schriftsteller Franz Robert Kraus, der 1946 als erster weltweit einen authentischen Bericht über das größte Verbrechen in der Menschheitsgeschichte als Mitglied des „Sonderkommandos“ in Auschwitz verfasst hat, berichtete in seinen Büchern: „Gas, Gas und dann Feuer“ … Weiterlesen

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Lieder der Erinnerung

Sharon Brauner setzte beim Konzert im Alten Amtsgericht mit jiddischen Chanson seinen Glanzpunkt. Im Publikum saßen Menschen, die von den Nazis verfolgt worden waren. Weiterlesen

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Zwei nachhaltige Geschichtsstunden

Horst Selbiger, Überlebender des Holocaust, schilderte schonungslos sein Erleben der Novemberpogrome 1938 Kurz vor Beginn der Veranstaltung überraschte uns Horst Selbiger mit dem Vorschlag, nicht die angekündigte Lesung mit Auszügen aus seinem Buch „Verfemt, verfolgt, verraten” vorzunehmen, sondern wegen des … Weiterlesen

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Familiengeschichte eines KZ-Überlebenden

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Dr. Thomas Gabelin spricht in Arzberg und Marktredwitz über das Schicksal seiner jüdischen Familie. Er wurde im Konzentrationslager geboren Thomas Gabelin zeigt ein Foto von ihm, seinem älteren Bruder Richard und seiner Mutter Lore – der Frau, die es schaffte, … Weiterlesen

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Aus der düsteren Geschichte lernen

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Bad Mergentheim Zeitzeugen-Vortrag Holocaust-Überlebender Pavel Hoffmann berichtet von Gräueltaten im Konzentrationslager Theresienstadt 10. August 2019 Wer nicht aus der Geschichte lernt, ist verdammt, sie zu wiederholen. Bad Mergentheim. Im Rahmen des Projekts „Schule ohne Rassismus“ nahm der verantwortliche Lehrer Jürgen … Weiterlesen

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Verdienstorden des Landes für Barbara Bosch und Pavel Hoffmann

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Auszeichnung Reutlingen Verdienstorden des Landes für Barbara Bosch und Pavel Hoffmann

Pavel Hoffmann habe als Kleinkind die Herr-
schaft der Nationalsozialisten in all ihrer Grausamkeit erlebt, sagte Kretschmann. Mit seiner Lebensgeschichte wende er sich seit vielen Jahren vor allem an junge Menschen, um seine Erlebnisse aus erster Hand zu vermitteln und seine Mitmenschen zu „Zeugen der Zeitzeugen“ zu machen. Weiterlesen

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