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Unser stellvertretende Vorsitzende, Herr Prof. Dr. Gerhard Baader erhielt das Bundesverdienstkreuz!

Bundesverdienstkreuz für Prof. Dr. Gerhard Baader

Pressemitteilung vom 14.09.2018

Die Berliner Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung Dilek Kolat überreicht heute Prof. Dr. Gerhard Baader das Bundesverdienstkreuz.

Geehrt wird Herr Prof. Dr. Baader für sein Engagement für die Aufarbeitung der Rolle der Medizin im Nationalsozialismus.

Professor Baader war entscheidend daran beteiligt, die Ende der 70er Jahre in der bundesdeutschen Gesellschaft noch sehr kontroverse Auseinandersetzung mit der Rolle der Medizin im Nationalsozialismus zum Thema des 1. Gesundheitstages zu machen und das Thema so in die akademische Lehre und Forschung hineingetragen. Daraus ist ein intensives und vor allem nachhaltiges akademisches wie außerakademisches Engagement erwachsen.

So ist der von Professor Baader 1982 mitbegründete „Arbeitskreis für die Erforschung der Geschichte der NS-Euthanasie und Zwangssterilisation“ bis heute ein Motor für die historische Auseinandersetzung mit dieser Seite der deutschen Vergangenheit. Er führt die vor allem in medizinischen Einrichtungen, außeruniversitären Krankenhäusern, Landeskliniken oder in der medizinischen Praxis tätigen Interessierten zusammen und vernetzt auf diese Weise seit Jahrzenten sehr effektiv lokale Initiativen, Geschichtsvereine und Arbeitsgruppen.

Die Herausbildung einer offenen, konstruktiven, aber auch kritischen Zivilgesellschaft ist das zentrale Ziel, das Professor Baaders Engagement antreibt. Zahlreiche Projekte zur Aufarbeitung der Medizin im Nationalsozialismus wurden von ihm mit angeschoben – zuletzt die Umwandlung der ehemaligen „Führerschule der Deutschen Ärzteschaft in Alt-Rehse“ in eine Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte.

Auch im Ruhestand unterrichtet Hr. Prof. Dr. Baader ehrenamtlich als Zeitzeuge und Wissenschaftler Studierende und betreut zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten. Er engagiert sich trotz seines hohen Alters in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und ist Gabbai der Synagoge Oranienburger Straße und Repräsentant von Masorti Deutschland e.V. bei Masorti Europa. Weiterhin ist er stellvertretender Vorsitzender von „Child Survivors Deutschland e. V. – Überlebende Kinder der Shoah“.

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Aus Facebook:

Horst Selbiger

14. September um 15:18 · 

Bericht von meiner Lesung in Würzburg: "Sehr geehrter Herr Selbiger,
da ich heute den ganzen Tag unterwegs war, komme ich erst jetzt dazu, Ihnen einige Bilder von gestern zu schicken.
Außerdem möchte ich mich nochmals recht herzlich für Ihren ergreifenden und sehr authentischen Vortrag bedanken.
Ich habe Sie bereits vor – ich glaube zwei Jahren – in den Räumlichkeiten von Herrn Hinkel kennenlernen dürfen und war bereits damals von Ihnen „fasziniert“.
Fasziniert ist jetzt vielleicht nicht der richtige Ausdruck. Ihre Person und ihre Lebensgeschichte haben mich tief beeindruckt. 
Will sagen, dass es mich tief beeindruckt, dass jemand wie Sie, der so viel Schreckliches durchleben musste, Angehörige, liebgewonnene Menschen und Freunde verloren hat, das Ganze „Gott sei Dank“ dann überlebt hat und in der neu gegründeten 
Bundesrepublik aber wieder keine Gerechtigkeit erfahren hat, trotzdem nicht die Flinte ins Korn geworfen und den Lebensmut verloren hat, sondern aufgestanden ist und uns „Spätgeborenen“, die wir die ganzen Gräueltaten des Naziterrorsystems – gottlob – nur aus den Geschichtsbüchern kennen, von seinem Leben berichtet. 
Nochmals vielen Dank dafür und machen Sie bitte noch recht lange weiter!
Mit besten Grüßen aus Unterfranken
Rudi Merkl

Bild könnte enthalten: Horst Selbiger, sitzt und Tisch

Bild könnte enthalten: 2 Personen, Personen, die sitzen und Innenbereich

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