Bericht über eine Zeitzeugen Rundreise im Land Brandenburg

Pavel Hoffmann

Bericht über eine Zeitzeugen Rundreise im Land Brandenburg
von 27. bis zum 30. November 2012.

Gransee-2
Angefangen hat es mit den Rundbriefen an die Landespolitischen Zentralen für politische Bil-dung bezüglich der Anfrage wie unterstützt jedes Land die Zeitzeugen Gespräche in den Schulen von einzelnen Ländern. Die Leiterin des LpB Brandenburg hat meine Anfrage zwar negativ beantwortet aber sie gleichzeitig an das Bildungsministerium geschickt. Der zustän-dige Mitarbeiter des Bildungsministeriums resp. der Regionaler Arbeitsstelle für Bildung De-mokratie und Integration kurz RAA Brandenburg hat Frau Elke Helm eine Lehrerin an dem Georg Mendheim Oberstufenzentrum im Zehdenick und an der Gedenkstätte Ravensbrück beauftragt die Verbindung mit mir aufzunehmen um an den Schulen von Brandenburg Zeit-zeugengespräch zu veranstalten.
So hat Frau Helm mir einen netten Brief geschrieben in dem sie mich bittet an drei Schulen und einer Gemeinde Zeitzeugen Gespräche zu führen.
Die Finanzierung hat RAA Brandenburg übernommen. Am 27. November abends  bin ich mit der Bahn aus Stuttgart nach Berlin gekommen und dort in den Regionalzug nach Birkenwer-der umgestiegen. In Birkenwerder hat mich bereits Herr Uwe Graf einer der drei Lehrer der Gedenkstätte Sachsenhausen erwartet und ins Hotel im Oranienburg mit seinem Wagen hingefahren.
Am nächsten Tag hat er mich abgeholt und wir sind  in etwa 20km entferntes Neuenhagen bei Berlin gefahren um am dortigen Einsteingymnasium bei dem Leistungskurs Geschichte den ersten Zeitzeugengespräch zu führen.  Die Schüler haben zwei Stunden sehr aufmerk-sam zugehört und nach meiner Erzählung  Fragen gestellt. Einige von Ihnen waren bereits in diesem Jahr in Theresienstadt und wussten Bescheid. Die Geschichtslehrerin Frau Anke Köppel hat sich sehr nett bei für diesen Besuch und Zeitzeugengespräch mir bedankt. Die Schüler haben mir am Ende einen Blumenstrauß überreicht. Sie haben glaube ich auch zum ersten Mal über den ansteigenden heutigen Antisemitismus in Europa wie auch in den Arabi-schen Ländern gehört. Neben Herrn Graf war auch weitere Gedenkstättelehrerin Frau Mari-na Scharn anwesend wie auch kurz die Presse. Ein Feedback werde ich von Frau Köppel in Bälde erhalten.


Nach dem Gespräch haben wir mit Herrn Graf und Frau Scharn beim Mittagsessen die Or-ganisatorin der Reise Frau Elke Halm getroffen. Frau Helm hat mich nach Zehdenick den zweiten Ort meiner Rundreise gefahren und mich dort in das Gasthaus „Vaterland“ unter-gebracht. Ich möchte hier kurz erwähnen, dass dieses Gasthaus wie auch der Wirt in einem Roman von Moritz von Uslar nicht gerade positiv beschrieben hat. Ich habe in diesem Haus, das ein wenig düster erscheint trotzdem zwei Nächte und Tage angenehm verbracht. Ich habe mich auch mit dem Gastwirt, der in dem Buch als „Mister Finster“ beschrieben wird nett unterhalten. Das Essen war dort auch sehr gut und reichlich. Am nächsten Tag sind wir rela-tiv früh zum zweiten Gespräch in das Georg Mendel Oberstufenzentrum in Zehdenick zu der Ausbildungsklasse Sozialassistenten gefahren. Die Schüler dieser Klasse waren sehr aufgeweckt und haben mich bereits mit einem netten Gruß an der Tafel begrüßt. An dieser Schule unterrichtet teilweise auch Frau Elke Helm. Die Schüler haben auch hier viele Fragen gestellt und mir am Ende des Gesprächs ein wunderschönes selbst hergestelltes Gesteck aus Büchern und Pralinen überreicht. Die Schüler der Koch und Kellner Ausbildungsklasse haben uns sogar ein selbstgekochtes sehr gutes Mittagessen serviert. Am Abend habe ich noch auf Bitte von Frau Helm das Gemeindezentrum  im Tornow besucht um mit den Mit-gliedern der Gemeinde Gespräch zu führen. Am nächsten Tag sind wir mit Frau Helm zum letzten Gespräch in das Strittmacher Gymnasium im Gransee wo ich vor den Schülern der 11 Klasse aufgetreten bin. Die Atmosfere in der übrigens sehr modernen Schule war ähnlich gut und offen wie in den anderen Klassen und es wurden sehr viele Fragen gestellt auch wenn nur von einigen Schülern. Auch hier sind wir, dank den Fragen des Schuldirektors Herrn Dr. Uwe Zietmann, auf das Thema Nahen Osten und an den Ersatz des Begriffes Israel für das „Weltjudentum“ aus dem Stürmer am Ende angekommen.
Zusammenfassend  möchte ich hier bemerken, dass es meine erste Zusammenkunft mit Schülern der Schülen in der ehemaligen DDR war und es war wirklich eine sehr positive Er-fahrung. Aus dem Gransee habe ich bereits ein sehr positives Feedback erhalten mit der Bitte auch die zukünftigen Jahrgänge zu besuchen. Ich selbst habe mich wie schon oft  wie-der überzeugt, dass solche persönliche Gespräche vor den Schülern als die beste Waffe gegen den Antisemitismus und gegen die sich bereits wieder verbreitende bösartige Ge-wohnheit in vielen Schulen den Begriff Jude als Schimpfwort zu missbrauchen, dienen kann.

Beigefügt sind hier ein paar Bilder, die Frau Helm gemacht hat wie auch einer der Artikel in der Lokalpresse.

Reutlingen den 2.Januar 2013

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